Der Totmannschalter gehört zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen für allein arbeitende Sicherheitsmitarbeiter. Er erkennt automatisch, wenn der Träger handlungsunfähig wird, und löst einen Alarm aus. Ursprünglich als mechanischer Schalter in Lokomotiven und Industrieanlagen verbaut, ist das Prinzip heute digital: Moderne Personen-Notsignal-Anlagen (PNA) laufen als App auf dem Diensthandy und ersetzen separate Spezialgeräte.
Kurz zusammengefasst: Ein Totmannschalter löst automatisch Alarm aus, wenn ein Sicherheitsmitarbeiter nicht mehr reagiert. Smartphone-basierte PNA-Systeme erfüllen die DIN V VDE V0825-11 und sind mit 40% VBG-Zuschuss förderfähig.
Ein Totmannschalter (auch Totmannwarner, Totmannmelder oder Totmanneinrichtung) ist eine Sicherheitsvorrichtung, die automatisch Alarm auslöst, wenn der Träger nicht mehr auf eine regelmäßige Bestätigungsaufforderung reagiert. Im Sicherheitsdienst schützt er allein arbeitende Mitarbeiter bei Bewusstlosigkeit, Sturz oder Überfall, indem er ohne aktives Zutun des Betroffenen Hilfe herbeiruft.
Der Name stammt aus dem Eisenbahnwesen: Lokführer mussten einen Hebel permanent gedrückt halten, ließen sie los, bremste der Zug automatisch. Im Sicherheitsdienst funktioniert das Prinzip digital: Das System prüft in regelmäßigen Abständen, ob der Mitarbeiter noch aktiv ist. Reagiert er nicht, wird Alarm geschlagen.
Das unterscheidet den Totmannschalter vom manuellen Notrufknopf: Der Notrufknopf setzt voraus, dass der Mitarbeiter noch handeln kann. Bei einem Sturz mit Bewusstlosigkeit, einem Herzinfarkt oder einem Überfall nützt er nichts. Der Totmannschalter greift genau dort, wo der Mensch nicht mehr selbst Hilfe rufen kann.
Im Kontext der Arbeitssicherheit fällt der Totmannschalter unter den Alleinarbeiterschutz: alle Maßnahmen, die Beschäftigte ohne Sicht- oder Rufkontakt zu Kollegen absichern. Die DGUV Vorschrift 1 und das Arbeitsschutzgesetz (§5 ArbSchG) verpflichten Arbeitgeber, bei erhöhtem Risiko technische Schutzmaßnahmen bereitzustellen. Im Sicherheitsdienst betrifft das Nachtschichten in leeren Gebäuden, Kontrollgänge auf weitläufigen Geländen und Revierfahrten ohne Begleitung.
Viele nehmen an, ein Totmannschalter erkenne Bewegungen oder Erschütterungen. Tatsächlich ist eine Auslösung über die Bewegungssensoren von Smartphones technisch nicht zuverlässig umsetzbar. Professionelle PNA-Systeme arbeiten deshalb timer-basiert: Das System fordert den Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen aktiv zur Bestätigung auf, statt passive Sensordaten zu interpretieren.
Der Ablauf bei der COREDINATE Arbeitsplatzabsicherung:
Das Intervall wird im COREDINATE-Portal konfiguriert, je nach Gefährdungsstufe und Einsatzort kürzer oder länger. Voraussetzung für den automatischen Anruf: eine eingelegte SIM-Karte mit aktiver Mobilfunkverbindung.
Optional lässt sich ein Funktionstest vor Schichtbeginn aktivieren: Der Mitarbeiter löst einen Testalarm aus, den die Empfangszentrale bestätigen muss. Erst dann gibt die App den Dienst frei. So ist sichergestellt, dass die gesamte Alarmkette (vom Smartphone über die Mobilfunkverbindung bis zur Leitstelle) funktioniert, bevor der Mitarbeiter allein losgeht.
Die DIN V VDE V0825-11 definiert die technischen Anforderungen an Personen-Notsignal-Anlagen im gewerblichen Einsatz. Sie regelt, welche Alarmfunktionen ein PNA-System bieten muss, wie die Übertragung zur empfangenden Stelle funktionieren soll und welche Reaktionszeiten einzuhalten sind.
Für Sicherheitsdienstleister ist die Norm in zwei Situationen direkt relevant:
COREDINATE entspricht der DIN V VDE V0825-11 in Kombination mit einem aktuellen Crosscall-Smartphone (CORE M6, X5 oder M5). Der Crosscall-Hardwareknopf (Sondertaste 2) dient als physischer Notfallauslöser, erreichbar in der Jackentasche, ohne das Gerät zu entsperren.
Ergänzend zur DIN-Norm verweist die DGUV Regel 112-139 auf die konkreten Einsatzbedingungen für Personen-Notsignal-Anlagen: Wann ist eine PNA erforderlich, welche Gefährdungsstufen gelten, und wie muss die empfangende Stelle organisiert sein? Für die Gefährdungsbeurteilung nach DGUV Vorschrift 1 liefert diese Regel den praktischen Rahmen.
Überall dort, wo Sicherheitsmitarbeiter allein und ohne Sichtkontakt zu Kollegen arbeiten, ist ein PNA-System relevant. In der Praxis betrifft das vor allem diese Szenarien:
Klassische PNA-Geräte sind eigenständige Hardware: ein zusätzliches Gerät neben dem Diensthandy, das geladen, gewartet und mitgeführt werden muss. In der Praxis scheitert das häufig an der Akzeptanz. Ein zweites Gerät wird vergessen, liegt im Spind oder ist nicht geladen. Das Problem dabei: Wenn das PNA-Gerät nicht mitgeführt wird, besteht formal kein Alleinarbeiterschutz, unabhängig davon, ob es angeschafft wurde oder nicht. Ein teures Gerät im Schrank schützt niemanden und erfüllt keine Gefährdungsbeurteilung.
Smartphone-basierte PNA-Systeme lösen dieses Akzeptanzproblem, indem sie den Totmannschalter in das Gerät integrieren, das der Mitarbeiter ohnehin bei sich trägt. Bei COREDINATE läuft der Alleinarbeiterschutz auf demselben Smartphone, mit dem der Mitarbeiter Kontrollpunkte scannt, Ereignisse dokumentiert und Rundgänge durchführt. Ein Gerät für alles, und damit kein Gerät, das vergessen werden kann.
| Kriterium | Smartphone-PNA (COREDINATE) | Standalone PNA-Gerät |
|---|---|---|
| Zusätzliche Hardware | Nein, läuft auf dem Diensthandy | Ja, separates Gerät nötig |
| DIN V VDE V0825-11 | Ja, mit Crosscall-Smartphone | Ja |
| Kontextdaten bei Alarm | GPS + Kontrollpunkte + Schicht | Nur GPS |
| Akzeptanz im Team | Hoch (kein zusätzliches Gerät) | Gering (wird oft vergessen) |
| Integration mit Wächterkontrollsystem | Vollständig | Keine |
| Kosten | Ab 32 €/Monat inkl. Totmannalarm | 500–1.500 € Anschaffung + Wartung |
Neben dem automatischen Totmannalarm bietet COREDINATE auch einen manuellen Notfallknopf, per Crosscall-Hardwaretaste oder direkt in der App. Beide Alarmarten in einer Anwendung: automatischer Schutz bei Bewusstlosigkeit, manueller Alarm bei Bedrohung oder akutem Notfall.
Dazu kommt ein Vorteil, den separate PNA-Geräte nicht bieten: Bei einem Alarm stehen im Portal sofort alle Kontextinformationen bereit: GPS-Position, die zuletzt gescannten Kontrollpunkte, die aktuelle Schichtzuordnung. Die Einsatzleitung weiß nicht nur, dass etwas passiert ist, sondern auch wo genau im Gebäude und in welchem Einsatzkontext. Ein reines PNA-Gerät sendet nur einen Alarm, ohne diesen Kontext.
"Mit der Totmannschaltung fühlt sich auch der Kollege sicher, da ich nicht nur seinen Standort, sondern im Unfallfall seinen Zustand kenne. Für beide also eine sichere Sache. So geht man verantwortungsvoll mit Mitarbeitern um."
Volker Frisse — Protection One GmbH
Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) fördert Personen-Notsignal-Anlagen über ihr Prämienverfahren. Bezuschusst werden 40% der Gesamtkosten innerhalb eines Jahres, das umfasst sowohl die Software-Lizenz als auch das Crosscall-Smartphone.
Der Totmannalarm ist in beiden COREDINATE-Paketen ohne Aufpreis enthalten:
Crosscall-Smartphone-Bundles gibt es direkt im COREDINATE Shop. Für Unterstützung beim VBG-Antrag kontaktieren Sie den COREDINATE Vertrieb.
Die Begriffe werden synonym verwendet. "Totmannschalter" stammt aus der industriellen Ursprungsanwendung (physischer Schalter), "Totmannalarm" beschreibt die Funktion (automatischer Alarm bei Inaktivität). Im Sicherheitsdienst sind beide Begriffe geläufig, ebenso "Totmannschaltung".
Ja. Der Alarm wird auf dem Smartphone selbst ausgelöst, unabhängig von der Internetverbindung. Der Alarmton ertönt lokal, der automatische Anruf läuft über das Mobilfunknetz. GPS-Daten und Kontrollpunkt-Scans werden synchronisiert, sobald wieder eine Datenverbindung besteht.
Ja. Das Intervall, nach dem die App eine Bestätigung verlangt, wird im COREDINATE-Portal konfiguriert. So lässt sich das Schutzniveau an die Gefährdungsstufe des Einsatzorts anpassen, etwa kürzere Intervalle für Alleinarbeit in Tiefgaragen, längere für besetzte Empfangsbereiche.
Die COREDINATE App läuft auf Android und iOS. Die Arbeitsplatzabsicherung (Totmannalarm) steht derzeit jedoch nur auf Android-Geräten zur Verfügung. Für den physischen Hardware-Notfallknopf und die vollständige DIN V VDE V0825-11 Konformität benötigen Sie ein Crosscall-Smartphone (z.B. CORE M6).
Eine pauschale gesetzliche Pflicht zum Totmannschalter gibt es nicht. Allerdings verlangt die DGUV Vorschrift 1, dass Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung durchführen. Bei Alleinarbeit mit erhöhter Gefährdung (Nachtschichten, Werkschutz, KRITIS-Objekte) führt diese Beurteilung in der Praxis fast immer zur Anforderung einer Personen-Notsignal-Anlage. De facto ist ein PNA-System für die meisten Nachtwachen und Werkschutz-Einsätze damit verpflichtend.
Standalone PNA-Geräte kosten zwischen 500 und 1.500 € in der Anschaffung, zuzüglich laufender Wartungskosten. Smartphone-basierte Lösungen wie COREDINATE starten ab 32 €/Monat pro Gerät, der Totmannalarm ist ohne Aufpreis enthalten. Über das VBG-Prämienverfahren lassen sich 40% der Gesamtkosten (Software + Smartphone) erstatten.
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