Die Bundeswehr kann ihre eigenen Standorte nicht mehr selbst bewachen. Von den 275 Kasernen und Liegenschaften in Deutschland werden nahezu alle durch private Sicherheitsdienste geschützt. Die Kosten für die Bundeswehr-Bewachung: 666 Millionen Euro allein im Jahr 2024, bestätigt durch das Bundesverteidigungsministerium. Für 2025 sind sogar 915 Millionen Euro im Verteidigungshaushalt eingeplant – unter dem Posten „Absicherung von Liegenschaften."
Für die private Sicherheitsbranche ist das eine Zahl mit Gewicht. Sie zeigt, in welcher Liga der Markt spielt und wie sehr die öffentliche Hand auf professionelle Sicherheitsdienste angewiesen ist.
Zwei Entscheidungen haben die Lage geschaffen:
Die Aussetzung der Wehrpflicht 2011. Seitdem fehlen der Bundeswehr systematisch die Grundwehrdienstleistenden, die früher einfache Aufgaben wie Kasernenbewachung übernahmen. Das Bundesamt für Infrastruktur, Umwelt und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) nennt den Personalmangel als Hauptgrund.
Die Soldatenarbeitszeitverordnung von 2016. Sie senkte die wöchentliche Arbeitszeit von Soldaten von 48 auf 41 Stunden – eine Umsetzung der EU-Arbeitszeitrichtlinie. Die verfügbaren Mannstunden für den internen Wachdienst schrumpften damit weiter.
Das Ergebnis: Für den laufenden militärischen Objektschutz – die Kasernenbewachung im engeren Sinne – reicht das vorhandene Militärpersonal nicht mehr aus. Die Bundeswehr braucht die private Sicherheitsbranche nicht als Ergänzung, sondern als tragende Säule.
Der Posten „Absicherung von Liegenschaften" im Verteidigungshaushalt hat sich in wenigen Jahren massiv erhöht:
| Jahr | Ausgaben |
|---|---|
| 2020 | ca. 430 Mio. EUR |
| 2024 | 666 Mio. EUR (bestätigt) |
| 2025 | 915 Mio. EUR (eingeplant) |
Das ist ein Anstieg um über 50% in vier Jahren. Für die Branche bedeutet das: Bundeswehr-Bewachung ist kein Nischengeschäft, sondern ein Milliarden-Markt im Werden.
Wer Bundeswehr-Standorte bewacht, übernimmt anspruchsvollen Werkschutz und muss diverse Sicherheits- und Zuverlässigkeitsüberprüfungen bestehen. Das geht über die reguläre Sachkundeprüfung nach §34a GewO hinaus. Die Mitarbeiter operieren in sicherheitsrelevanten Bereichen und unterliegen erhöhten Prüfanforderungen.
Für Sicherheitsdienstleister bedeutet das: Nicht jeder Mitarbeiter kommt für diese Aufträge infrage. Die Personalauswahl wird zum Flaschenhals – gerade in Zeiten, in denen qualifizierte Sicherheitsmitarbeiter ohnehin knapp sind.
Die Stundenlöhne für Bundeswehr-Bewachung variieren erheblich nach Bundesland:
| Region | Stundenlohn (ca.) |
|---|---|
| Hamburg, Bremen | unter 15 EUR |
| Niedersachsen, NRW, Schleswig-Holstein | ca. 17 EUR |
Diese Unterschiede spiegeln die regionalen Tarifverträge im Sicherheitsgewerbe wider. Bei Ausschreibungen, die über Ländergrenzen gehen, wird die korrekte Tarifkalkulation schnell komplex. Eine vollständige Übersicht der aktuellen Tariflöhne nach Bundesland finden Sie auf unserer Tariflohn-Übersichtsseite.
Erstens: Der Markt wächst weiter. Die Zeitenwende und das 100-Milliarden-Sondervermögen für die Bundeswehr verstärken den Trend. Mehr Standorte, höhere Sicherheitsanforderungen, mehr Budget für externe Bewachung.
Zweitens: Die Anforderungen steigen. Bundeswehr-Verträge verlangen lückenlose Dokumentation, Zuverlässigkeitsüberprüfungen und schnelle Vorfallsmeldung. Wer diese Verträge bedienen will, braucht Prozesse, die auditierbar sind – nicht Papier-Wachbücher.
Drittens: Der Wettbewerb um qualifiziertes Personal verschärft sich. 1.800 zusätzliche Sicherheitskräfte mussten allein für die Bundeswehr-Umstellung rekrutiert werden. Jeder Mitarbeiter, der für einen Bundeswehr-Standort eingesetzt wird, fehlt auf dem freien Markt.
Großaufträge wie die Bundeswehr-Bewachung werden über öffentliche Ausschreibungen vergeben. Die Vergabekriterien gehen dabei über den reinen Preis hinaus – nachweisbare Qualität, auditierbare Prozesse und professionelle Dokumentation spielen eine wachsende Rolle.
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Selektiver Echtzeit-Einblick für den Auftraggeber in laufende Tätigkeiten über das Kundenportal.
Bei regionalen Tarifunterschieden und komplexen Schichtmodellen dokumentiert das System exakte Arbeitszeiten. Zeiterfassung und Dienstplan greifen nahtlos ineinander.
Wie Sicherheitsunternehmen mit digitaler Qualitätsdokumentation Ausschreibungen gewinnen, beschreibt unser Artikel: Ausschreibungen gewinnen mit digitalem Qualitätsnachweis.
Von den 275 Kasernen und Liegenschaften der Bundeswehr in Deutschland werden nahezu alle durch private Sicherheitsdienste geschützt. Die Bundeswehr verfügt nicht mehr über ausreichend eigenes Personal für die laufende Kasernenbewachung.
Im Jahr 2024 betrugen die Ausgaben für die Bundeswehr-Bewachung 666 Millionen Euro (bestätigt durch das Bundesverteidigungsministerium). Für 2025 sind 915 Millionen Euro im Verteidigungshaushalt eingeplant – ein Anstieg von über 50 Prozent in vier Jahren.
Sicherheitsmitarbeiter für Bundeswehr-Standorte müssen erweiterte Sicherheits- und Zuverlässigkeitsüberprüfungen bestehen, die über die reguläre Sachkundeprüfung nach §34a GewO hinausgehen. Zusätzlich verlangen die Verträge lückenlose Dokumentation und schnelle Vorfallsmeldung.
Zwei Ursachen: Die Aussetzung der Wehrpflicht 2011 führte zum Wegfall der Grundwehrdienstleistenden, die zuvor den Wachdienst übernahmen. Die Soldatenarbeitszeitverordnung von 2016 senkte die Wochenarbeitszeit von 48 auf 41 Stunden und reduzierte die verfügbaren Mannstunden weiter.
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