Lesedauer: 3 Minuten

Bundeswehr-Bewachung: 666 Mio. EUR für private Sicherheitsdienste

Private Sicherheitsmitarbeiter bei der Bundeswehr-Bewachung einer Kaserne
Bundeswehr-Bewachung: 666 Mio. EUR für private Sicherheitsdienste
8:59

Die Bundeswehr kann ihre eigenen Standorte nicht mehr selbst bewachen. Von den 275 Kasernen und Liegenschaften in Deutschland werden nahezu alle durch private Sicherheitsdienste geschützt. Die Kosten für die Bundeswehr-Bewachung: 666 Millionen Euro allein im Jahr 2024, bestätigt durch das Bundesverteidigungsministerium. Für 2025 sind sogar 915 Millionen Euro im Verteidigungshaushalt eingeplant – unter dem Posten „Absicherung von Liegenschaften."

Für die private Sicherheitsbranche ist das eine Zahl mit Gewicht. Sie zeigt, in welcher Liga der Markt spielt und wie sehr die öffentliche Hand auf professionelle Sicherheitsdienste angewiesen ist.

Warum die Bundeswehr nicht mehr selbst bewacht

Zwei Entscheidungen haben die Lage geschaffen:

Die Aussetzung der Wehrpflicht 2011. Seitdem fehlen der Bundeswehr systematisch die Grundwehrdienstleistenden, die früher einfache Aufgaben wie Kasernenbewachung übernahmen. Das Bundesamt für Infrastruktur, Umwelt und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) nennt den Personalmangel als Hauptgrund.

Die Soldatenarbeitszeitverordnung von 2016. Sie senkte die wöchentliche Arbeitszeit von Soldaten von 48 auf 41 Stunden – eine Umsetzung der EU-Arbeitszeitrichtlinie. Die verfügbaren Mannstunden für den internen Wachdienst schrumpften damit weiter.

Das Ergebnis: Für den laufenden militärischen Objektschutz – die Kasernenbewachung im engeren Sinne – reicht das vorhandene Militärpersonal nicht mehr aus. Die Bundeswehr braucht die private Sicherheitsbranche nicht als Ergänzung, sondern als tragende Säule.

Bundeswehr-Bewachung: Was die Verträge für Sicherheitsdienste bedeuten

Marktvolumen

Der Posten „Absicherung von Liegenschaften" im Verteidigungshaushalt hat sich in wenigen Jahren massiv erhöht:

Jahr Ausgaben
2020 ca. 430 Mio. EUR
2024 666 Mio. EUR (bestätigt)
2025 915 Mio. EUR (eingeplant)

Das ist ein Anstieg um über 50% in vier Jahren. Für die Branche bedeutet das: Bundeswehr-Bewachung ist kein Nischengeschäft, sondern ein Milliarden-Markt im Werden.

Anforderungen an das Personal

Wer Bundeswehr-Standorte bewacht, übernimmt anspruchsvollen Werkschutz und muss diverse Sicherheits- und Zuverlässigkeitsüberprüfungen bestehen. Das geht über die reguläre Sachkundeprüfung nach §34a GewO hinaus. Die Mitarbeiter operieren in sicherheitsrelevanten Bereichen und unterliegen erhöhten Prüfanforderungen.

Für Sicherheitsdienstleister bedeutet das: Nicht jeder Mitarbeiter kommt für diese Aufträge infrage. Die Personalauswahl wird zum Flaschenhals – gerade in Zeiten, in denen qualifizierte Sicherheitsmitarbeiter ohnehin knapp sind.

Regionale Lohnunterschiede

Die Stundenlöhne für Bundeswehr-Bewachung variieren erheblich nach Bundesland:

Region Stundenlohn (ca.)
Hamburg, Bremen unter 15 EUR
Niedersachsen, NRW, Schleswig-Holstein ca. 17 EUR

Diese Unterschiede spiegeln die regionalen Tarifverträge im Sicherheitsgewerbe wider. Bei Ausschreibungen, die über Ländergrenzen gehen, wird die korrekte Tarifkalkulation schnell komplex. Eine vollständige Übersicht der aktuellen Tariflöhne nach Bundesland finden Sie auf unserer Tariflohn-Übersichtsseite.

Was das für die Branche heißt

Erstens: Der Markt wächst weiter. Die Zeitenwende und das 100-Milliarden-Sondervermögen für die Bundeswehr verstärken den Trend. Mehr Standorte, höhere Sicherheitsanforderungen, mehr Budget für externe Bewachung.

Zweitens: Die Anforderungen steigen. Bundeswehr-Verträge verlangen lückenlose Dokumentation, Zuverlässigkeitsüberprüfungen und schnelle Vorfallsmeldung. Wer diese Verträge bedienen will, braucht Prozesse, die auditierbar sind – nicht Papier-Wachbücher.

Drittens: Der Wettbewerb um qualifiziertes Personal verschärft sich. 1.800 zusätzliche Sicherheitskräfte mussten allein für die Bundeswehr-Umstellung rekrutiert werden. Jeder Mitarbeiter, der für einen Bundeswehr-Standort eingesetzt wird, fehlt auf dem freien Markt.

Sicherheitsmitarbeiter scannt NFC-Kontrollpunkt bei Nachtpatrouille an gesichertem Gelände

Wie Sicherheitsdienste sich für Bundeswehr-Aufträge aufstellen

Großaufträge wie die Bundeswehr-Bewachung werden über öffentliche Ausschreibungen vergeben. Die Vergabekriterien gehen dabei über den reinen Preis hinaus – nachweisbare Qualität, auditierbare Prozesse und professionelle Dokumentation spielen eine wachsende Rolle.

Als Online-Wächterkontrollsystem mit integrierter Einsatzplanung unterstützt COREDINATE Sicherheitsdienste dabei, genau diese Anforderungen zu erfüllen:

Audit-fähige Rundgangdokumentation

Zeitgestempelte, GPS-verifizierte Kontrollpunktscans als digitaler Nachweis jeder durchgeführten Kontrolle.

Echtzeit-Vorfallsmeldung

Ereignisse mit Foto und Zeitstempel sofort ins Portal – entscheidend, wenn Auftraggeber schnelle Meldefristen verlangen. Mehr zur Ereigniserfassung.

Kundenportal für Auftraggeber-Transparenz

Selektiver Echtzeit-Einblick für den Auftraggeber in laufende Tätigkeiten über das Kundenportal.

Integrierte Zeiterfassung und Dienstplanung

Bei regionalen Tarifunterschieden und komplexen Schichtmodellen dokumentiert das System exakte Arbeitszeiten. Zeiterfassung und Dienstplan greifen nahtlos ineinander.

Wie Sicherheitsunternehmen mit digitaler Qualitätsdokumentation Ausschreibungen gewinnen, beschreibt unser Artikel: Ausschreibungen gewinnen mit digitalem Qualitätsnachweis.

Häufige Fragen zur Bundeswehr-Bewachung

Wie viele Bundeswehr-Standorte werden privat bewacht?

Von den 275 Kasernen und Liegenschaften der Bundeswehr in Deutschland werden nahezu alle durch private Sicherheitsdienste geschützt. Die Bundeswehr verfügt nicht mehr über ausreichend eigenes Personal für die laufende Kasernenbewachung.

Was kostet die Bundeswehr-Bewachung durch private Sicherheitsdienste?

Im Jahr 2024 betrugen die Ausgaben für die Bundeswehr-Bewachung 666 Millionen Euro (bestätigt durch das Bundesverteidigungsministerium). Für 2025 sind 915 Millionen Euro im Verteidigungshaushalt eingeplant – ein Anstieg von über 50 Prozent in vier Jahren.

Welche Anforderungen gelten für private Sicherheitsdienste bei der Bundeswehr?

Sicherheitsmitarbeiter für Bundeswehr-Standorte müssen erweiterte Sicherheits- und Zuverlässigkeitsüberprüfungen bestehen, die über die reguläre Sachkundeprüfung nach §34a GewO hinausgehen. Zusätzlich verlangen die Verträge lückenlose Dokumentation und schnelle Vorfallsmeldung.

Warum bewacht die Bundeswehr ihre Kasernen nicht mehr selbst?

Zwei Ursachen: Die Aussetzung der Wehrpflicht 2011 führte zum Wegfall der Grundwehrdienstleistenden, die zuvor den Wachdienst übernahmen. Die Soldatenarbeitszeitverordnung von 2016 senkte die Wochenarbeitszeit von 48 auf 41 Stunden und reduzierte die verfügbaren Mannstunden weiter.

Professionelle Dokumentation für anspruchsvolle Aufträge

Testen Sie COREDINATE 14 Tage kostenlos. Keine Kreditkarte nötig.

Jetzt kostenlos testen →

Alle Funktionen | Ausschreibungen gewinnen

Oder rufen Sie uns an: +49 (0) 9842 80491-20

Testset_Box

Sie haben das Wächterkontrollsystem COREDINATE® noch nicht im Einsatz? Dann wird es Zeit unser Testset 14 Tage kostenlos und unverbindlich auf Herz und Nieren zu prüfen.