Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) hat im März 2026 seine aktuellen Branchenzahlen vorgelegt. Die Kernbotschaft: Der Umsatz der privaten Sicherheitswirtschaft hat sich in zehn Jahren auf knapp 15 Milliarden Euro verdoppelt, die Beschäftigung erreicht mit 290.871 Mitarbeitern einen Rekordstand. Gleichzeitig sinkt die Zahl der offenen Stellen. Für Sicherheitsdienstleister stellt sich die Frage, was hinter diesen Zahlen steckt und was sie für den operativen Alltag bedeuten.
Kurz zusammengefasst: Die Sicherheitswirtschaft wächst weiter, der Fachkräftemangel zeigt erste Entspannungssignale. Der BDSW sieht bessere Arbeitsbedingungen und Technologieeinsatz als Treiber. Für Dienstleister steigt der Druck, mit knappen Ressourcen professioneller zu arbeiten.
2015 lag der Jahresumsatz der privaten Sicherheitswirtschaft bei 6,96 Milliarden Euro. 2024 waren es 14,02 Milliarden, für 2025 prognostiziert der BDSW 14,75 Milliarden. Das ist ein Wachstum von über 100 Prozent in zehn Jahren.
Parallel dazu hat sich die Unternehmenslandschaft verschoben. Die Zahl der privaten Sicherheitsdienstleister ist auf 4.517 Unternehmen gewachsen. Im Gegenzug hat sich die Zahl der Detekteien von 1.211 auf 666 mehr als halbiert. Der Markt konsolidiert sich: weniger Akteure im Ermittlungsbereich, mehr im operativen Schutz.
Hinter dem Wachstum stehen steigende Anforderungen an Objektschutz, das KRITIS-Dachgesetz und die zunehmende Verlagerung von Sicherheitsaufgaben an externe Dienstleister. Mehr Aufträge bei begrenztem Personalpool verschärfen den Druck auf die operative Effizienz.
Zum 30. Juni 2025 waren 290.871 Menschen in der Sicherheitswirtschaft beschäftigt, davon 276.987 im Bereich private Sicherheits- und Wachdienste. Das ist der höchste Stand, den die Branche je verzeichnet hat.
Gleichzeitig sinkt die Zahl der offenen Stellen. Im Februar 2026 meldete die Bundesagentur für Arbeit 5.478 unbesetzte Positionen im Wach- und Sicherheitsgewerbe, weniger als in den Vorjahren.
BDSW-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Okpara sieht darin ein Ergebnis gezielter Investitionen: Die sinkende Vakanzquote trotz steigender Auftragslage zeige, dass die Branche bei der Arbeitsplatzattraktivität Fortschritte mache, unter anderem durch steigende Tariflöhne, und Stellen schneller besetzen könne. Zusätzlich adressiere die Verzahnung von Technik und Mensch, besonders in der Überwachungs- und Alarmtechnik, zunehmend den Personalbedarf.
Trotzdem bleibt die Personalfluktuation ein Dauerthema. Das Fachmagazin Protector beschreibt ein strukturelles Problem: Mitarbeiter wechseln häufig den Arbeitgeber, und mit jedem Abgang geht objektspezifisches Wissen verloren. Die Folge: Einarbeitung kostet Zeit, Fehlerquoten steigen, Protokolltreue leidet. Bei dünner Personaldecke wiegt das besonders schwer.
Die Entspannung verteilt sich nicht gleichmäßig. Die Vakanzen konzentrieren sich auf wenige Bundesländer:
NRW und Bayern zusammen machen fast 40 Prozent aller offenen Stellen aus. Für Dienstleister in diesen Regionen ist der Fachkräftemangel weiterhin Alltag: Schichten werden umgeplant, Vertretungen springen kurzfristig ein, Disponenten arbeiten mit dünnen Personaldecken.
In Bundesländern mit weniger Vakanzen hat sich die Lage dagegen spürbar entspannt. Ob das an besserem Recruiting, höherer Arbeitgeberattraktivität oder schlicht geringerer Nachfrage liegt, lässt sich aus den BDSW-Zahlen allein nicht ableiten.
Auch das Fachmagazin Der Sicherheitsdienst berichtet: Im operativen Alltag bleibt die zentrale Herausforderung, verfügbare Teams effizient und ausfallsicher über mehrere Objekte zu disponieren. Qualifizierung und bessere Arbeitsbedingungen binden Personal, lösen aber nicht das tägliche Kapazitätsproblem.
Wenn 290.000 Beschäftigte auf 4.500 Unternehmen verteilt sind und die Auftragslage steigt, wird präzise operative Steuerung zum Wettbewerbsvorteil. Drei Bereiche stehen dabei im Vordergrund:
Wenn jede Fachkraft zählt, darf niemand Stunden mit Aufgaben verbringen, die ein System schneller erledigt. Die größten Zeitfresser im Sicherheitsdienst sind nicht die Rundgänge selbst, sondern die Verwaltung drumherum: Berichte zusammenstellen, Zeiten nachtragen, Kunden über den aktuellen Stand informieren, Dienstpläne per Tabelle koordinieren.
Konkret eliminiert COREDINATE diese Aufwände:
"Durch die Umstellung auf COREDINATE konnten wir unsere Prozesse deutlich optimieren, Kosten reduzieren und gleichzeitig wertvolle Ressourcen einsparen. Dadurch kann sich unser Sicherheitsmitarbeiter voll und ganz auf das Wesentliche konzentrieren."
Marco Philipp, Universitätsklinikum Freiburg
In der Summe verschiebt das den Personaleinsatz: Statt Verwaltungsaufwand im Büro fließt die Arbeitszeit in die eigentliche Sicherheitsdienstleistung. Personal, das nicht mehr für Papierkram gebunden ist, steht für Objektschutz, Revierdienst oder Veranstaltungssicherheit zur Verfügung.
Der Branchenumsatz lag 2024 bei 14,02 Milliarden Euro, für 2025 prognostiziert der BDSW 14,75 Milliarden. Die Branche beschäftigt rund 290.000 Menschen in 4.517 Unternehmen. Damit hat sich der Umsatz in zehn Jahren mehr als verdoppelt.
Der BDSW sieht erste Anzeichen der Entspannung: 5.478 offene Stellen im Februar 2026, weniger als in den Vorjahren. Regional gibt es große Unterschiede. NRW (1.137) und Bayern (952) melden weiterhin die meisten offenen Positionen. Der Verband führt die Verbesserung auf bessere Arbeitsbedingungen und Technologieeinsatz zurück.
Laut BDSW setzen Unternehmen auf drei Hebel: bessere Arbeitsbedingungen zur Mitarbeiterbindung, gezielte Qualifizierung und den Einsatz von Technologie. Operative Software wie COREDINATE reduziert den Verwaltungsaufwand pro Mitarbeiter durch automatische Berichterstellung, digitale Zeiterfassung und Echtzeit-Wachbücher. Aufgaben an Kontrollpunkten sichern objektspezifisches Wissen digital, sodass neue Mitarbeiter schneller einsatzfähig sind. In der Praxis bedeutet das: weniger Personal für Administration, mehr für die eigentliche Sicherheitsdienstleistung.
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